Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, liegt vor, wenn der Blutdruck dauerhaft über 140/90 mmHg erhöht ist. Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg. Oft verläuft Bluthochdruck symptomlos, weshalb er als "stiller Killer" bezeichnet wird. Mögliche Anzeichen können Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten oder Sehstörungen sein.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Unbehandelte Hypertonie kann zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden und Netzhautveränderungen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung entscheidend.
Die medikamentöse Therapie umfasst verschiedene Wirkstoffgruppen: ACE-Hemmer wie Ramipril und Enalapril erweitern die Blutgefäße. Betablocker wie Metoprolol und Bisoprolol reduzieren die Herzfrequenz. Calciumantagonisten wie Amlodipin und Nifedipin entspannen die Gefäßmuskulatur. Diuretika wie Hydrochlorothiazid und Indapamid fördern die Wasserausscheidung und senken dadurch den Blutdruck.
Herzinsuffizienz beschreibt die verminderte Pumpfunktion des Herzens. Man unterscheidet zwischen systolischer Insuffizienz (gestörte Auswurfleistung) und diastolischer Insuffizienz (gestörte Füllung). Die Schwere wird nach der NYHA-Klassifikation in vier Stadien eingeteilt - von asymptomatisch (Stadium I) bis zu Beschwerden bereits in Ruhe (Stadium IV).
Lebensstiländerungen bilden einen wichtigen Therapiebaustein:
Die Arzneimitteltherapie zielt darauf ab, die Herztätigkeit zu unterstützen und Symptome zu lindern. ACE-Hemmer und ARB wie Valsartan und Telmisartan entlasten das Herz durch Gefäßerweiterung. Spezielle Betablocker verbessern die Herzfunktion langfristig. Diuretika behandeln Wassereinlagerungen effektiv. Digitalis-Präparate wie Digoxin stärken die Kontraktionskraft des Herzens und werden bei schwerer Symptomatik eingesetzt. Die Therapie erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen.
Die koronare Herzkrankheit entsteht durch Arteriosklerose, bei der sich Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen bilden und zu Gefäßverengungen führen. Diese Durchblutungsstörungen des Herzmuskels verursachen die charakteristischen Symptome der Angina pectoris - Brustschmerzen, die typischerweise bei körperlicher Belastung auftreten. Man unterscheidet zwischen stabiler Angina, die vorhersagbar bei Anstrengung auftritt, und instabiler Angina, die auch in Ruhe oder bei geringer Belastung entstehen kann. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend für die Herzinfarkt-Prävention, da unbehandelte Durchblutungsstörungen zu einem kompletten Gefäßverschluss führen können.
Die medikamentöse Behandlung der koronaren Herzkrankheit umfasst verschiedene Wirkstoffgruppen. Nitrate wie Isosorbidmononitrat und Glyceroltrinitrat erweitern die Herzkranzgefäße und verbessern die Durchblutung. Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS und Clopidogrel verhindern die Bildung von Blutgerinnseln. Statine senken den Cholesterinspiegel und stabilisieren arteriosklerotische Plaques. Calciumantagonisten regulieren den Calciumeinstrom in die Herzmuskelzellen und wirken gefäßerweiternd sowie blutdrucksenkend.
Herzrhythmusstörungen können verschiedene Formen annehmen und unterschiedliche Bereiche des Herzens betreffen. Vorhofflimmern und Vorhofflattern gehören zu den häufigsten Rhythmusstörungen und entstehen durch unkoordinierte elektrische Aktivität in den Vorhöfen. Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des normalen Rhythmus auftreten, während Tachykardien durch eine erhöhte Herzfrequenz charakterisiert sind. Bradykarde Rhythmusstörungen hingegen zeichnen sich durch eine verlangsamte Herzfrequenz aus und können zu Schwindel und Schwäche führen.
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen erfolgt mit spezifischen Medikamenten, die nach ihrer Wirkungsweise klassifiziert werden:
Die Auswahl der geeigneten Therapie richtet sich nach der Art der Rhythmusstörung, den Begleitsymptomen und dem individuellen Risikoprofil des Patienten.
Fettstoffwechselstörungen gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Lipidprofil umfasst verschiedene Werte, die regelmäßig kontrolliert werden sollten. LDL-Cholesterin gilt als "schlechtes" Cholesterin und sollte möglichst niedrig gehalten werden, während HDL-Cholesterin als "gutes" Cholesterin protektive Eigenschaften besitzt. Das Gesamtcholesterin gibt einen Überblick über die Cholesterinbelastung im Blut.
Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine erbliche Störung, die bereits in jungen Jahren zu extrem hohen Cholesterinwerten führt. Das metabolische Syndrom kombiniert mehrere Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und Insulinresistenz und erfordert eine umfassende Therapie.
Zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen stehen in österreichischen Apotheken verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:
Venöse Thromboembolien stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, das durch verschiedene Faktoren begünstigt wird. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören längere Immobilisation, operative Eingriffe, Krebserkrankungen, hormonelle Verhütung und genetische Prädisposition. Die Symptome einer Venenthrombose umfassen Schwellung, Schmerzen und Rötung der betroffenen Extremität.
Eine gefürchtete Komplikation ist die Lungenembolie, die sich durch Atemnot, Brustschmerzen und Kreislaufprobleme äußert. Die rechtzeitige Prophylaxe bei Risikopatienten ist daher von entscheidender Bedeutung, insbesondere vor geplanten Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit.
Die moderne Thromboseprophylaxe und -therapie stützt sich auf verschiedene Antikoagulantien:
In österreichischen Apotheken erhalten Patienten umfassende Beratung zur korrekten Anwendung und regelmäßigen Kontrollen dieser wichtigen Medikamente.